Gerätewartung: Wartungsarbeiten planen, durchführen und dokumentieren

Wartung hält Geräte und Maschinen funktionsfähig und sicher, bevor etwas kaputtgeht. Dieser Beitrag erklärt, was zur Wartung gehört, wie sie sich von Inspektion und UVV-Prüfung unterscheidet und wie Sie einen Wartungsplan aufbauen.

Was ist Wartung?

Die DIN 31051 teilt die Instandhaltung in vier Grundmaßnahmen:

Maßnahme Ziel Beispiel
Wartung den Abbau des Abnutzungsvorrats verzögern Schmieren, Reinigen, Filter wechseln
Inspektion den Ist-Zustand feststellen und beurteilen Sichtprüfung, Messung, Funktionsprüfung
Instandsetzung den funktionsfähigen Zustand wiederherstellen defektes Lager tauschen
Verbesserung Zuverlässigkeit oder Sicherheit steigern Schwachstelle konstruktiv beseitigen

Wartung ist also vorbeugend. Sie findet statt, solange das Gerät noch funktioniert, und soll genau das möglichst lange so halten. Gerätewartung und Maschinenwartung meinen dasselbe Prinzip, nur für unterschiedlich große Betriebsmittel.

Typische Wartungsarbeiten

Welche Arbeiten nötig sind, steht in der Betriebsanleitung des Herstellers. Typisch sind:

  • Reinigen: Staub, Späne und Ablagerungen entfernen, die Kühlung und Funktion beeinträchtigen.
  • Schmieren: Lager, Ketten, Führungen und Gelenke nach Schmierplan versorgen.
  • Nachstellen: Spiel an Bremsen, Riemen und Führungen korrigieren.
  • Verschleißteile tauschen: Filter, Dichtungen, Riemen, Bürsten, Schneiden.
  • Betriebsstoffe wechseln: Öl, Hydraulikflüssigkeit, Kühlmittel.
  • Kontrollieren: Befestigungen, Leitungen, Sicherheitseinrichtungen.

Die verwendeten Ersatzteile gehören in die Dokumentation. Sie zeigen später, welche Teile wie oft verschleißen, und helfen bei Gewährleistungsfragen.

Wartung und UVV-Prüfung: nicht dasselbe

Die Wartung erhält die Funktion. Die UVV-Prüfung stellt fest, ob das Betriebsmittel sicher benutzt werden darf, und ist gesetzlich mit Fristen vorgeschrieben. Beides wird oft beim selben Termin erledigt, etwa beim Gabelstapler durch den Kundendienst. Dokumentiert werden muss es trotzdem getrennt: das Wartungsprotokoll für die Instandhaltung, das Prüfprotokoll als Nachweis für die Berufsgenossenschaft.

Wichtig ist die Verbindung in beide Richtungen. Findet die Prüfung einen Mangel, wird daraus ein Reparaturauftrag. Und nach einer Instandsetzung, die die Sicherheit beeinflussen kann, ist eine erneute Prüfung fällig. Warum diese Übergabe so oft scheitert, beschreibt der Beitrag zur Übergabe zwischen Instandhaltung und Arbeitssicherheit.

Ist Wartung Pflicht?

Für Arbeitsmittel ja. § 10 der Betriebssicherheitsverordnung verpflichtet das Unternehmen, Instandhaltungsmaßnahmen zu treffen, damit Arbeitsmittel während der gesamten Verwendungsdauer sicher bleiben. Dabei sind die Angaben des Herstellers zu berücksichtigen. Außerdem müssen Instandhaltungsarbeiten selbst sicher ablaufen, zum Beispiel durch Freischalten und Sichern gegen Wiedereinschalten.

Hinzu kommen wirtschaftliche Gründe. Viele Hersteller knüpfen die Gewährleistung oder Garantie an eine nachweislich durchgeführte Wartung. Ohne Wartungsnachweis wird ein Schaden schnell zum eigenen Kostenfaktor.

Wartungsstrategien im Überblick

Strategie Prinzip Geeignet für
Ausfallbedingt reparieren, wenn etwas kaputt ist günstige, unkritische Geräte mit Ersatz
Vorbeugend, zeitbasiert Wartung in festen Intervallen nach Zeit oder Betriebsstunden die meisten Betriebsmittel in KMU
Zustandsorientiert Wartung, wenn Messwerte oder Inspektionen Verschleiß zeigen kritische Anlagen mit messbaren Zuständen
Vorausschauend Ausfälle aus Sensordaten vorhersagen große Anlagenparks mit Sensorik

Für die meisten kleinen und mittleren Betriebe ist die zeitbasierte vorbeugende Wartung der richtige Einstieg. Sie ist einfach zu planen und deckt die Herstellervorgaben ab. Wer tiefer einsteigen will, findet im Beitrag zur Reliability Centered Maintenance eine Methode, Strategien je Betriebsmittel systematisch festzulegen.

Wartungsplan erstellen in sechs Schritten

  1. Bestand erfassen: Welche Geräte und Maschinen gibt es, wo stehen sie, wer ist verantwortlich? Ohne vollständige Betriebsmittelverwaltung bleiben Lücken.
  2. Herstellerangaben sammeln: Wartungsarbeiten und Intervalle aus den Betriebsanleitungen übernehmen.
  3. Intervalle festlegen: nach Zeit, Betriebsstunden oder Nutzung. Starke Beanspruchung verkürzt die Abstände.
  4. Checklisten anlegen: Welche Arbeiten gehören zu jeder Wartung? So arbeitet jede Person gleich.
  5. Zuständigkeiten klären: eigene Werkstatt oder externer Service? Wer beauftragt, wer kontrolliert?
  6. Dokumentation festlegen: Datum, ausführende Person, durchgeführte Arbeiten, Ersatzteile, Auffälligkeiten.

Der Plan ist kein einmaliges Dokument. Neue Geräte kommen dazu, alte fallen weg, Intervalle müssen angepasst werden, wenn Ausfälle häufiger oder seltener auftreten als erwartet.

Wartung dokumentieren

Eine gute Wartungsdokumentation beantwortet für jedes Gerät vier Fragen: Was wurde gemacht? Wann? Von wem? Mit welchen Teilen? Aus der Historie lassen sich dann Muster erkennen, etwa ein Gerät, das auffällig oft ausfällt, oder ein Ersatzteil, das schneller verschleißt als erwartet.

Auf Papier oder in Excel geht diese Historie schnell verloren, spätestens wenn ein Gerät den Standort wechselt oder die zuständige Person das Unternehmen verlässt.

Gerätewartung mit Software organisieren

Mit einer Wartungssoftware hinterlegen Sie Wartungspläne einmal je Gerätekategorie. Termine entstehen automatisch, die Software erinnert rechtzeitig, und jede durchgeführte Wartung landet mit Ersatzteilen in der Historie des Betriebsmittels. In tagIDeasy laufen Wartung, Reparatur und UVV-Prüfung dabei am selben Betriebsmittel zusammen und lassen sich zu Aufträgen bündeln. Einen Überblick gibt die Seite Instandhaltungssoftware für Betriebsmittel.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Wartung und Instandhaltung?

Instandhaltung ist der Oberbegriff. Nach DIN 31051 umfasst sie Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung. Wartung ist davon der vorbeugende Teil.

Wie oft müssen Geräte gewartet werden?

Maßgeblich sind die Herstellerangaben in der Betriebsanleitung. Hohe Beanspruchung, raue Umgebung oder Mehrschichtbetrieb können kürzere Intervalle erfordern.

Wer darf Wartungsarbeiten durchführen?

Personen, die dafür qualifiziert und unterwiesen sind. Für einfache Arbeiten wie Reinigen oder Schmieren reicht oft eine Einweisung, für Arbeiten an elektrischen oder sicherheitsrelevanten Teilen braucht es Fachkräfte.

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